AN INTRODUCTION BY HELMUT FROTZ

german only | Die Künstler fokussieren in ihrer Arbeit das Individuum. Der einzelne Mensch ist hierbei Gegenstand des Ganzen, aber nicht aktiv beteiligt. Das ganze, doch so bedeutende und für alle – auch den jeweiligen Betrachter – so ereignisreiche Geschehen ist auf einen winzigen Moment beschränkt. Die Zeit steht still und schafft dadurch Platz und Raum für Erinnerungen.
Dies ist meiner Meinung nach der konzeptionelle Ansatz dieser Arbeiten. Aber nicht nur diese beeindruckende Absicht findet sich in allen Arbeiten der beiden Künstler wieder. Auch die geplanten Zukunftsprojekte sind im Wesentlichen auf diese Sichtweise ausgerichtet.
Bei näherer Betrachtung wird es daher wohl jedem bewusst, dass in unserer immer schnellebigeren Zeit der Moment des Verweilens, des Innehaltens und des genauen Betrachtens von eminenter Bedeutung ist. Ohne diese Fähigkeit geht vieles verloren, obwohl es noch vorhanden ist.
Kunst heißt auch Fokussieren auf das Wesentliche. Stillstand ist daher auch nicht der erste Schritt zum Zurückgewandten, sondern gibt den Blick auf das Wesentliche frei.
Mit den hier gezeigten Arbeiten werden Verdichtungen eines Geschehens erzeugt. Sie sind selbst in keiner Weise erzählend, sondern regen den Betrachter zum Nachdenken an.
Dieses eigentliche »Erinnern« bewirkt darüber hinaus den Wunsch, sich weiteres Wissen über das gezeigte Geschehen, die politischen oder gesellschaftlichen Hintergründe oder die Notwendigkeit des beträchtlichen Aufwandes zu verschaffen.
Die Bildende Kunst als Bestandteil der menschlichen Kultur hat immer schon über die Unmöglichkeit des Erklärbaren, nämlich »was ist Kunst?« hinaus, die Aufgabe übernommen, ein Chronist ihrer Zeit zu sein. Mit dieser Ausstellung wird ein Stück unserer Zeit auf eine Weise konserviert, die diese Absicht für den Betrachter deutlich macht.
Es wartet aber noch viel Arbeit auf W1353l und Faber, denn es gibt in unserer Zeit mehr zu bewahren, als je zuvor!!